Trekkingtour 2006:
Laki - GrŠnalón - Skaftafell

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Dieter Graser © 2006

Vorwort


Eine Trekkingtour zum GrŠnalón am Südrand des Vatnajökull stand schon seit über zehn Jahren auf meiner Liste der möglichen Projekte. Ebenso wollte ich auch endlich einmal die Lakagígar besuchen. 2002 suchte ich schon nach einer Möglichkeit das Gebiet der Lakikrater in eine längere Tour einzubeziehen. Das scheiterte jedoch daran, daß dieses Gebiet von großen Gletscherflüssen umgeben ist, welche kaum zu furten sind. Alternativ erwog ich auch eine Route nach Osten zum GrŠnalón, wobei ich die Hauptgletscherflüsse über das Eis des Sí­ujökull umgehen wollte. Auch eine Querung des Skei­arárjökull war kurz angedacht, aber insgesamt schien mir die Route doch noch zu "heiß". Im Sommer 2005 unterhielt ich mich mit dem isländischen Autor Páll Ásgeir Ásgeirsson über dieses Projekt und er erzählte mir, daß er diese Route schon mit einer Gruppe gegangen sei.

Nach der gescheiterten Langjökullüberquerung im Sommer 2005 wollte ich es in diesem Jahr geruhsamer angehen und habe mir eine nette Tour im Nordostens Islands ausgearbeitet, die mich endlich zur Jökulsárgljúfur bringen sollte. Im Mai erhielt ich dann eine E-Mail von Ingo, der nach näheren Informationen über die Núpsta­arskógur Trekkingroute zum GrŠnalón suchte. Ich kannte 2 Links zu Tourenberichten und begann das Netz nach weiteren Informationen zu durchforsten. Auf isländischen Seiten fand ich dann Bilder, Kurzberichte und schließlich auch GPS-Daten für die längere Variante der Tour von der Laki über den Sí­ujökull zum GrŠnalón und weiter über den Skei­arárjökull nach Skaftafell. Die Bilder waren elektrisierend und je mehr ich mich mit dieser Gegend befaßte, desto klarer war mir, daß dies meine Route für dieses Jahr werden würde. Ich hatte angebissen!

Es war mir auch klar, daß diese Route alles andere als geruhsam werden würde, also plante ich die Tagesetappen bewußt kurz. Anstatt wie die Isländer die Tour an der Laki zu beginnnen, wollte ich schon an der Ringstraße starten, und die ersten drei Tage dazu benutzen mich warmzulaufen. Tatsächlich wurde die Tour die schwierigste, die ich bisher gemacht habe. Ab der Laki hatte jede Tagesetappe besondere Hindernisse und Schlüsselstellen, deren Überwindung Kraft, Ausdauer, manchmal Mut und vor allem viel Erfahrung und nicht zuletzt Wetterglück erforderte. Bei der Querung des Gletscherflusses Hverfisfljót habe ich meine Grenzen erreicht. Erst jetzt, nach 5 Monaten, sind die Erfrierungen, die ich mir beim Furten durch das Eiswasser zugezogen habe, fast vollständig abgeklungen.

Ingo und seinen Freund Marcel habe ich dann nach ihrere Tour zufällig in Reykjavík getroffen und sie haben mir ihre Geschichte erzählt. Einer ist troz Seilsicherung in einer Furt der Bergvatnsá von der Strömung mitgerissen worden und hat dabei den Sichernden selbst mit hineingezogen. Beide kamen dabei im Wasser mit scharfkantigen Lavafelsen in Kontakt. Sie konnten sich ohne Knochenbrüche, aber mit übel blutenden Schnittwunden und Aufschürfungen ans Ufer retten. Ingo mußte den Fluß noch zweimal queren (Folge: zusätzlich leichte Erfrierungen an den Füßen) um noch seinen Rucksack auf die richtige Seite zu bringen. Dann hatten sie noch 2 Tagesmärsche durch wegloses Gelände bis in die "Zivilisation" vor sich.

Sicherheitshinweis:
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, daß alle Routen zum GrŠnalón weglos sind und aufgrund ihrer Abgeschiedenheit und ihrer gefährlichen Furten besondere Erfahrung und Kenntnisse benötigen.

Selbst wer sich durch Trekkingrouten wie den den Laugavegur unterfordert fühlt, sollte erwägen das GrŠnalón-Gebiet mit einer geführten Tour z.B. der Icelandic Mountain Guides zu durchwandern.


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