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Hochlandrouten

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Routen über das Hochland Wanderwege
Hochlandpisten die alten Reitwege
Jeeptracks weglose Routen

Routen über das Hochland

Die möglichen Wanderrouten über das Hochland Islands werden durch die Lage der drei großen Plateaugletscher Vatnajökull, Hofsjökull und Langjökull bestimmt. Trotz unterschiedlicher Größe liegen die drei Gletscher mit ihrer Nordgrenze in etwa auf gleicher geographischen Breite. Das große Eisfeld des Vatnajökull nimmt den ganzen Südostteil ein, der im Vergleich dazu kleine (ca. 40 km Durchmesser), fast runde Eisschild des Hofsjökull liegt zentral im nördlichen Hochland während der etwas größere, sich SW -NO erstreckende Langjökull, das östliche Hochland beherrscht. Die von den großen Gletschern ausgehenden Flüsse folgen der tektonischen Hauptrichtung SW-NO und bildeten schon immer die Haupthindernisse für alle Hochlandreisenden..

Durch die Lage der Gletscher ergeben sich zwei Hauptrouten zwischen Süden und Norden über das zentrale Hochland. Der Sprengisandur zwischen Vatnajökull und Hofsjökull und der Kjölur zwischen Hofsjökull und Langjökull. Eine dritte, aber weniger bedeutende N-S Route führt über die Arnarvatnsheiði westlich des Langjökulls. Diese Routen wurden schon zur Sagazeit benutzt, wobei die über den Kjölur, der sogenannte Kjalvegur wohl die gebräuchlichste war. Der Kjalvegur verband die politischen und geistlichen Zentren Þingvellir und Skálholt im Süden mit Bischofssitz Hólar und den Fjordtälern im Norden.

Routen in Ost-West Richtung, oder umgekehrt hatten demgegenüber nur geringe Bedeutung da sie zwangsläufig tiefe und reißende Gletscherflüsse queren mußten, über die zum Teil erst in jüngster Zeit im Hochland einige wenige Brücken gebaut wurden.

Wer lange Wanderungen im isländischen Hochland untenehmen will ist nicht nur auf ausgewiesenen Wanderwege angewiesen sondern ihm stehen eine Vielzahl von Wegen unterschiedlichsten Charakters und Schwierigkeit zur Verfügung die sich grob in die folgenden fünf Kategorien unterteilen lassen: Hochlandpisten, Jeeptracks, Wanderwege, die alten Reitwege und weglose Routen.

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Hochlandpisten Die Hochlandpisten sind auf den Karten mit einer Straßennummer bezeichnet. Das F der Nummer steht für fjallaleið, was man Bergstraße übersetzten kann. Die Hochlandpisten sind nicht befestigt, aber die wichtigsten werden ein- bis zweimal im Jahr mit einem Räumschild abgezogen. Die Pisten sind mit gelben Pfählen markiert, Abzweigungen beschildert und Flüße oft überbrückt. Auf den Hochlandpisten kann man sehr gut wandern, denn der Autoverkehr im Hochland ist erstens geringer als man fürchtet und zweitens konzentriert er sich typischerweise auf gewisse Tageszeiten. Man hat also auch hier durchaus die Gelegenheit stundenlang alleine zu sein.

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Jeeptracks. Die Jeeptracks sind in der Karte gestrichelt eingezeichnet. Diese Wege sind nicht extra angelegt und werden auch nicht regelmäßig unterhalten sondern bestehen meistl nur aus einer ausgefahrenen Fahrspur - eben dem "track". Wegmarkierungen sind oft undeutlich, in größeren Abständen, mal verwitterte Holzpfähle und mal nur zwei aufeinandergelegte Steine oder können auch ganz fehlen. Abzweigungen sind oft nicht ausgeschildert. Die Furten an den Flüssen können reißend und tief sein. Nicht alle Jeeptracks sind in den Karten verzeichnet. Die Tracks sind teilweise nur selten befahren, so daß es vorkommen kann, daß man tagelang vollkommen einsam unterwegs ist. Eine Wanderung auf einem der Jeeptracks kann durchaus eine anspruchsvolle Unternehmung werden.
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Wanderwege. Im Hochland gibt es 4 bekannte Fernwanderwege. Der beliebteste ist der Laugavegur von Skógar nach Landmannalaugar. Der "alte Kjalvegur" von Hvítárnes nach Hveravellir ist der kürzeste und einfachste. Der einsame Öskjuvegur führt von Herðubreiðurlindir über die Askja ins Bárðardalur oder zum Mývatn. Der schwierigste ist der Wanderweg durch die Lónsöræfi an der Südostküste zum Snæfell. Nur für den Laugavegur gibt es eine 1:100.000er Spezialkarte. Die Wanderwege führen in Tagesetappen von Hütte zu Hütte und sind (meist) deutlich markiert. Eine Ausnahme bildet hier jedoch die Lónsöræfi wo es ab dem Kolamúlavatn keine Wegmarkierung und meist auch keine erkennbare Pfadspur gibt. Zudem führt der Weg quer über das Eis des Eyjabakkajökull. Geführte Touren auf diesen 4 Wanderrouten werden von den isländischen Wandervereinen angeboten.

Hinweis! In einem vom Tourist Service der Bezirke Ásahreppur und Djúpárhreppur heausgegeben Faltblatt über das Gebiet des Sprengisandur ist auf der agedruckten Karte (u.a.) auch die sogenannte "Bášargata" als Wanderweg zwischen Jökulheimar und Nżidalur eingezeichnet. Wer hier einen "Wanderweg" im Stile eines Laugavegur erwartet liegt falsch. Außer einigen Steinwarten in den Bergen der Mókollar gibt keine Wegmarkierungen. Man kann sich allenfalls an (1-2 Jahre) alte Jeepspuren halten, die sich aber immer wieder verlieren oder auch woanders hin führen. Die extrem abgelegene Lage und die schwierigen (eventuell auch unmöglichen!) Flußdurchquerunen machen diese Route zu einer langen und anspruchsvollen Unternehmung. Diese aus der Sagazeit überlieferte Route wird sehr selten und in manchen Jahr wohl überhaupt nicht begangen. Diese Route in einem frei ausliegenden Faltblatt als "Wanderweg" zu empfehlen grenzt an Fahrlässigkeit

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Alte Reitwege. Seit der Besiedelung (Landnahme) Islands war der Weg über das Hochland die schnellste und beste Möglichkeit von den bewohnten Gebieten des Nordens in den Süden zu kommen. Auch im Warenverkehr spielte der Schiffsverkehr entlang an der ungeschützen Küste eine untergeordnete Rolle. Das alljährlich zur Mittsommerzeit in Þingvellir stattfindende Allþing zwang die Nordisländer jedes Jahr zu einer Reise über das Hochland. Auch in der Sagaüberlieferung sind diese Routen erwähnt. Der Verlauf der Routen wurde traditionell überliefert und viele Ortsnamen wiesen auch heute noch auf sie hin. An manchen bedeutenden Stellen wurden auch Warten errichtet. Die schwindende Bedeutung des Allþings, die Furcht vor Räubern und Gesetzlosen und einige aufsehenerregende Katastrophen führten dazu, daß die Zahl der Reisen über das Hochland über die Jahrhunderte hin eher abnahm und das Wissen um den Verlauf der Routen in Gefahr ging in Vergessenheit zu geraten. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden auf die Intitiative des dänischen Landvermessers Daniel Bruun hin die alten Reitwege systematisch erforscht und später mit Steinwarten markiert. Der bedeutendste dieser Wege war der Kjalvegur. Die heutige Hochlandpiste gleichen Namens verläuft aber nur bis auf wenige Kilometer nördlich des Gullfoss und nördlich von Hveravellir auf der alten Route, die somit auch weiter Reitern und Wanderen vorbehalten bleibt. Weitere alte Wege sind der der Skagfiršingavegur, der Eyfiršingavegur und der Sprengisandur mit ihren Varianten

Die alten Reitwege sind teilweise mit Steinwarten unterschiedlichsten Erhaltungszustandes markiert, verlangen aber in jedem Fall einen sicheren Umgang mit Karte, Kompass und gegebenenfalls mit dem GPS. Teilweise sind nicht einmal mehr Pfadspuren zu erkennen. Abzweigungen sind nicht ausgeschildert. Furten können sehr tief und für Wanderer im Extremfall unpassierbar sein! Im Gegensatz zu den für Autos angelegten Pisten bleiben die Reitwege möglichst in der Nähe von Wasser und Weideplätzen und bieten dem Wanderer häufigere und bessere Möglichkeiten zum Zelten.

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Weglose Routen. Natürlich kann man im Hochland auch abseits der bekannten Pfade seinen Weg suchen und die oft flache Landschaft mag dies einem oft wenig schwierig erscheinen lassen. Doch große, wild zerklüftete Lavafelder, wüstenhafte Sandflächen, tiefe, reißende Gletscherflüße und ein kaum kalkulierbares Wetter mit plötzlich auftretenden Sand- oder Schneestürmen können einen Wanderer rascher an den Rand seiner physischen wie psychischen Leistungsfähigkeit bringen als er sich dies vorher vorstellen kann. An weglose Routen sollte sich nur heranwagen wer schon vorher wirklich fundierte Erfahrungen mit langen Wanderungen im Hochland gesammelt habt und sich dort "zuhause" fühlt. Sorgfältige Planung, sichere Navigationskenntnisse und beste Ausrüstung sind unabdingbare Voraussetzung. Zu beachten ist, daß man unter Umständen mehrere Tagesmärsche von fremder Hilfe entfernt ist. Notausrüstung und -vorräte müßen entsprechend vorhanden sein. Man muß unbedingt seinen Routenplan entweder, direkt bei einer Rettungsorganisation oder bei einem Hüttenwart hinterlegen. Wer einen Plan hinterlegt, soll sich auch an diesen halten. Rückmeldetermine "bis spätestens ..." müssen festgelegt sein und dürfen nicht ohne Not verstreichen.

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