2. Tag, Reykjavík

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Dieter Graser © 2010

Freitag, 17. August 2007


Bin schon relativ früh auf und mache einen Spaziergang über den Zeltplatz. Neben dem Islandhanomag von Günther Eisenhardt steht der rote Landy von Alex und Sigga - Familientreffen. Sie schlafen noch und bemerken nicht wie ich grinsend, sacht den Landy an der Stoßstange schaukle. Schön zu wissen, daß sie da sind - wir werden uns später treffen. Leihe mir, wie üblich, an der Zeltplatz-Rezeption eine Fahrrad für den Tag und kaufe mir im nahen Supermatkt etwas zum Frühstück. Auf dem Rückweg treffe ich Sigga, die es aus den Federn geschafft hat und wir quatschen uns fest. Irgendwie ist es schon ganz selbstverständlich, daß wir uns, ohne irgendwie verabredet zu sein, irgendwo in Island treffen. Vertrödele den weiteren Vormittag mit Plaudereien mit der "Allradfraktion", mit Sven und einem weiteren Paar die mich erkannt haben und sich als isafold-Fans outen.

Tjaldstęši
Dann Einkäufe erledigen, Gaskartuschen besorgen, den Packsack mit dem Futterpaket fertig machen und zum Busbahnhof bringen und schließlich noch zur Bank um Geld einzuwechseln. Auf der Rückfahrt ein verspätetes Mittagessen beim "Flott og Gott" im BSÍ - der Lammbraten war leider fast kalt. Herzlicher Empfang bei Landsbjörg, der Zentrale des isländischen Rettungsdienstes. Wie gut, daß man Freunde hat. Ob ich wieder auf einen Gletscher will - breites Grinsen - nei takk - diesmal nicht. Man hat bemerkt, daß ich ihnen viel "Kundschaft" vorbeischicke. Ich melde meine Tour an und bin somit unter Beobachtung. Nachdem alles erledigt ist gönne ich mir einen kurzen Schlummer in meinem Zelt - gestört allerdings durch den Soundchek im benachbarten Stadion - heute Abend ist im Rahmen der Menningar Nótt (Kunst Nacht) ein große Open Air Konzert isländische Musiker.

Nach dem üblichen Besuch im Schwimmbad mit Sven zusammen an den Tischen des Zeltplatzes ein Abendessen geköchelt. Hier trifft sich die halbe Welt und alle die mit Zelt in Island unterwegs sind. Schließlich wird uns das draußen Herumsitzen zu kühl. Ich ziehe mich wärmer an und mache einen Spaziergang zum Stadion, wo das Konzert unüberhörbar in Gang gekommen ist.

Der Eintritt ist frei. Die Rede ist von 14 000 Besuchern. Ich schaue und höre mir ein paar Auftritte an; ein Tenor, Bubbi Morthens (Kult) und schließlich Stušmenn (auch Kult - aber nicht so ohne weiteres nachvollziehbar). Vor allem Bubbi hatte ein Heimspiel. Alle kannten seine Lieder und alle sangen mit. Auffallend viele hübsche Mädchen unter dem Publikum - gewohnt kälteresistent und entsprechend sommerlich gekleidet. Der dämmernde Himmel über der Esjá ist klar. Vor mir drei reifere Damen - alle drei schon ganz schön beschickert - aber da sind sie nicht die einzigen. Um 23:00 Uhr ist Schluß. Zurück zum Zeltplatz. Im Zelt brauche ich schon die Stirnlampe.


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