14. Tag, Hveravellir - Lyklafell

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Dieter Graser © 2006

Sonntag 17. Juli 2005


Trotz Wecker erst um 9:00 Uhr aufgebrochen. Habe mich mehrfach vertratscht. Das Wetter ist trocken, mäßiger SW-Wind, ab und zu Sonne. Erledige noch schnell den obligatorischen Eintrag ins Hüttenbuch und mach mich dann auf den Weg. Erst das Gatter im großen Ost-West-Zaun gleich nördlich der Hütte gesucht und dann den Wiesenbach Žegjandi trockenen Fußes überquert. Es geht gut voran. Trotz Žúfurgehopse und der Querung diverser Gräben in den Tjarnardalir erreiche ich bald den Fuß der nörlichen Žjófadalfjöll. Mein Rücken scheint das Rucksacktragen klaglos hinzunehmen. Bin aber immer noch skeptisch.

Aufstieg zum Daušmannskvísl (Leichenbach). Lege dort eine Mittagspause ein bevor es weiter hinauf zum Djöflasandur (Teufelssander) geht. Ab dem Bach keine Vegetation mehr, nur grobes Blockwek. Genauso hatte ich es in Erinnerung. Gutes Schuhwerk, Stöcke und Trittsicherheit sind ab jetzt unabdingbar. Ein letzter Blick hinunter über die weite Ebene des Kjölurs kündigt eine dunkle, sich schnell von Osten nähernde Regenfront an. Ich habe gerade noch Zeit mich regenfest zu machen als schon die Nebel über den Berg ziehen und die ersten Schauer herunterpeitschen. Die Sicht reduziert sich auf vielleicht hundert Meter und ich überquere den Djöflasandur im Blindflug nach GPS und Kompass. Genau wie vor sieben Jahren, nur diesmal ohne Schneefall. Zwischendurch heftige Regenschauer mit Wassereinbrüchen an den Anorakärmeln. Tatsächlich gelingt es mir meinen alten Zeltplatz am Fuß des Lyklafell wiederzufinden. Er ist klein, steinig und schief, aber immer noch der beste weit und breit. Zudem liegt er in der Nähe eines kleinen Schmelzwasserbaches, bevor dieser im Blockwerk versickert.

Ich knalle mich ins Zelt und döse. Nachdem ich in den Schlafsack gekrochen bin schlafe ich anderthalb Stunden tif und fest. Höchste Zeit für ein Abendessen. Der Regen hat aufgehört. Die Wolken hängen tief, aber die Sicht ist frei. Mache einen Erkundungsspaziergang zu den nahen Hundavötn. Die Schneewächte am "Paß" auf dem Weg aus meinem Tälchen heraus, ist auch dieses Jahr noch nicht abgeschmolzen und nur an ihrer Ostseite zu überwinden. Auch das mächtige Schneefeld, welches steil in den See abbricht ist noch genauso vorhanden. Beschließe morgen die ganze Passage am See südwestlich zu umgehen. Zurück am Zelt kann ich feststellen, daß der Platz zwar bescheiden aber doch gut windgeschützt ist. Bis 21:00 Uhr an den Aufzeichnungen.


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