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17. Tag, Skútaver - Kerlingarfjöll

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Copyright © Dieter Graser

Dienstag, 24. Juli 2001


"Guten Morgen!"
Hatte während der Nacht den Eindruck, der Wind hätte nachgelassen. Dabei hatte er nur mehr auf Nord gedreht und das Zelt wurde nun ideal angeströmt und stand somit fast ruhig im Wind. Am Morgen leicht bewölkt und frischer Nordwind. 200 m oberhalb meines Zeltplatzes entdecke ich ein Hillebergzelt. Zwei Mountainbikes liegen daneben. Ich war hinter einer Hangkante verborgen, so hatten mich die Neuankömmling nicht entdeckt. Es sind zwei Schweizer auf dem Weg nach Süden.

Kjalvegur
Auf der Piste bin ich wieder allein. Trage zum ersten Mal wieder die langen Faserpelzhosen und den Anorak. Es weht nun empfindlich stark aus Norden. Über dem Hrútfell wälzen sich die Wolken und lösen sich dann in seinem Lee auf. Über dem Kjalfell regnet es. Hveravellir ist wieder mal die Wetterscheide. Im Süden ist es heiter bei 1-2/8 Cum. Über den Kerlingarfjöll ein paar verwehte Gipfelwolken, aber hier macht sich das Lees des Hofsjökull bemerkbar. Endlich habe ich mal wieder richtige Hochlandwetter. Die milden, windlosen Tage waren zu ungewöhnlich. Bis zum Abzweig der Piste zu den Kerlingarfjöll zähle ich vier Autos und ein Motorrad. An der Abzweigung erreichen mich einige verwehte Regentropfen aus dem Kjalhraun. Ich biege nach Osten ab und bin den Gegenwind los. Jetzt geht es sich deutlich leichter. Komme an der Stelle vorbei, an der ich im letzten Sommer Karl Gunnarsson - Erkenungszeichen: Regenschirm - traf, er war damals auf dem Weg über die Žjórsárver nach Nżidalur.

Mittagspause an der flachen Furt am Gygjarfoss. Nach der Brücke über den Jökulfall kam bisher immer noch die Furt durch die Ásgaršsá, aber die ist seit neuestem verrohrt und man kann trockenen Fußes drübermarschieren. Möchte wissen, wie diese Konstruktion zur Zeit der Schneeschmelze aussieht. Ohne Aufenthalt den letzten, steilen Stich hinauf auf den hohen Moränenwall, der das versteckte Talinnere schützt. Der Zeltplatz an der Hütte ist gut belegt. So, hier werde ich zwei Nächte bleiben. Aufgebaut, Teatime zelebriert und gedöst. Danach Wäsche gewaschen und dann in der Hütte vorbeigeschaut.

Hütte Kerlingarfjöll
Mein Futterpacket mit den Vorräten für die nächste Etappe war angekommen. Dann war auch ein Brief an mich abgegeben worden. Ich hatte mich hier locker mit Sebastian Berger aus Bremen verabredet. Seit April dieses Jahres waren wir miteinander in E-Mail-Kontakt und hatten Informationen und GPS-Wegpunkte ausgetauscht. Er wollte seine Hofsjökullumrundung (zu Fuß natürlich!) von Nżidalur her komplett machen und ich plante die Tour in Gegenrichtung. Ein Vergleich unserer Zeitpläne ergab, daß wir uns, wenn alles wie geplant verlaufen würde, hier an der Hütte Kerlingarfjöll treffen könnten. Nun hatte ich mir aber schon zu Beginn in Reykjavík und dann am Laugarvatn schon je einen Tag Rückstand eingehandelt und so konnte ich nicht mehr damit rechnen Sebastian hier anzutreffen. Sebastian war eben genau diese zwei Tage früher hier eingetroffen als ich. Um so erfreulicher seinen Brief mit einem kurzen Beschreibung seiner Tour, speziellen Tips, einer Kartenkopie und und seinen GPS-Wegpunkten hier vorzufinden - Super! Hat dieser Kerl es doch tatsächlich geschafft den Weg über die Kerlinagrfjöll zu nehmen und nicht außenrum.

Um halb sieben besuche ich den Hot-Pot und unterhalte mich mit einigen Isländern. Nach dem Abendessen an den Aufzeichnungen und die Vorräte auf- und umgefüllt.


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