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18. Tag, Kerlingarfjöll

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Copyright © Dieter Graser

Mittwoch, 25. Juli 2001


In der Nacht, so zwischen 24:00 und 1:00 Uhr, baut neben mir eine isländische Familie ihr Zelt auf. Papa drischt mit einem Gummihammer x Heringe in den steinigen Boden. Autotüren werden sowieso nur zugeschmissen - Grrrrrrrrrr!

Kerlingarfjöll
Am Morgen eine dünne, aber tiefe Wolckendecke und immer noch Nordwind. Da heute Ruhetag ist, ausgeschlafen und erst gegen 9:00 Uhr gefrühstückt. Gegen Mittag gehe ich zur Hütte und übertrage dort bei einem Kaffee Sebatian Koordinaten in meine Karte und als zusätzliche Wegpunkte in mein GPS. Beim Blick in die Speisekarte entscheide ich mich gegen meine Tütensuppe und für ein Lammsteak mit Franskar (Pommes). Ich bekomme viel zartes Fleisch (vorzüglich!), die unvermeidliche dicke, braune Soße und die Franskar - na ja - und etwas geraffeltes Kraut das den Salat darstellen sollte. Wer weiß, wann es das nächste Mal wieder etwas Richtiges gibt? Wohlgenährt und gesättig zum Mittagsschläfchen - anfangs gestört, denn meine Nachbarn bauen gerade wieder ab. Später Materialpflege und ein kleiner Photospaziergang. Es ist ein sonniger aber kühler Nachmittag. Der Zeltplatz hat sich geleert. Vier Isländer auf Geländemotorrädern ohne Nummernschilder heizen zur Hütte - "Vikings!" - Der jüngste von Ihnen hat sicher noch keinen Führerschein. Aber Papa ist ja dabei und Muttern kommt mit dem Hänger nach.

Jökulkvísl
Der Skibetrieb oben auf dem Gletscher, der letztes Jahr bedingt durch die Aschefälle des Heklaausbruches schon ausfiel, ist in diesem Jahr nicht wieder aufgenommen worden. Man verlegt sich mehr auf den traditionellen Tourismus. Abendlicher Besuch im Hot-Pot. Danach mit Nżidalur telephoniert und meine Verspätung mitgeteilt. In sechs Tagen will ich dort eintreffen. Der Hüttenwart sagt, mein Packet sei angekommen und wartet auf mich. Ein Holländer hätte meinen Namen auf dem Schildchen erkannt und gesagt, daß er auch meine Homepage kenne (das ist aber nett)! Der Anruf in Dęli hat nicht geklappt, aber in Žverá erreiche ich Maria und kann ihr mein "alles OK" und meine weiteren Pläne durchgeben.

Zwei Wanderer, die ich gestern beim Zeltaufbauen habe losgehen sehen, sind von ihrer Tour in die Kerlingarfjöll zurückgekehrt. Er Franzose, sie aus Hamburg und wie es sich herausstellt eine Bekannte von Sebastian! Noch lange geklönt. Im Hot-Pot ist noch bis weit nach 24:00 Uhr ein Wikingergelage im Gange.


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